Marius Küchler als Regierungsrat gewählt

Anlässlich der kantonalen Gesamterneuerungswahlen 2026 wurde unser Kandidat Marius Küchler im ersten Wahlgang in die Obwaldner Regierung gewählt.

Die neue Obwaldner Regierung mit Cornelia Kaufmann-Hurschler, Josef Hess, Christoph Amstad, Christian Schäli und Marius Küchler (von links) vor dem Rathaus in Sarnen. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Sarnen, 8. 3. 2026)

Marius Küchler lässt sich wie folgt zitieren:

Die Wahl in den Regierungsrat erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit – und mit Respekt vor der Verantwortung, die damit verbunden ist. Mir ist wichtig: Ein Regierungsrat vertritt nicht eine Gruppe oder Partei, sondern den ganzen Kanton – auch jene Menschen, die ihn nicht gewählt haben.
Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Cornelia Kaufmann-Hurschler, Christoph Amstad, Christian Schäli und Sepp Hess.
Mein Ziel bleibt klar: zuhören, verbinden und Brücken bauen.
Damit Obwalden auch in Zukunft stark bleibt.

Der ausführliche Text der Obwaldner Zeitung finden via Link oder untenstehend:

Marius Küchler erobert den FDP-Sitz zurück

08.03.2026, 19.28 Uhr

Die SVP gewinnt zwar deutlich hinzu bei den Kantonsratswahlen, fliegt dafür aber aus der Regierung.

Alle bisherigen Regierungsmitglieder schafften ihre Wiederwahl mühelos. Die beiden Mitte-Vertreter Christoph Amstad (Sicherheits- und Sozialdepartement) und Cornelia Kaufmann-Hurschler (Finanzdepartement) schafften mit 10’943 und 10’915 Stimmen die besten Resultate. Der parteilose Baudirektor Josef Hess, der bei den vergangenen Wahlen jeweils das beste Resultat eingefahren hatte, landete diesmal mit 10’679 Stimmen auf dem dritten Platz. Christian Schäli (CSP, Bildungs- und Kulturdepartement) lag auf dem vierten Platz mit 10’450 Stimmen ebenfalls noch deutlich über der 10’000er-Marke. Das absolute Mehr lag bei 7902 Stimmen, die Stimmbeteiligung bei hohen 59,16 Prozent.

Dieses absolute Mehr erreichten auch Marius Küchler (FDP) und Franziska Kathriner (SVP), die sich für den Sitz des abtretenden Daniel Wyler (SVP) beworben hatten, problemlos. Das Endresultat wurde mit Spannung erwartet. Lange war es ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden. Nachdem fünf Gemeinden ausgezählt waren und nur noch Sarnen und Engelberg fehlten, lagen sie nur gerade sieben Stimmen auseinander. Das Rennen machte schliesslich Marius Küchler, der erstaunlicherweise in Sarnen 111 Stimmen mehr holte als Franziska Kathriner, die dort im Gemeinderat sitzt. Er holte sich den Regierungssitz, den die FDP 2022 an die Mitte verloren hatte, mit 8413 Stimmen und einem Vorsprung von 127 Stimmen auf Kathriner zurück.

Wechselbad der Gefühle für die SVP

In einer ersten Stellungnahme bedauerte Franziska Kathriner den Wahlausgang. «Das ist schade, ich hätte das Amt sehr gerne ausgeübt. Und ich bin der Meinung, dass die SVP mit ihrem Wähleranteil einen Anspruch auf einen Sitz in der Regierung hat.» Mit ihrer Arbeit im Gemeinderat hätte das Resultat nichts zu tun. Franziska Kathriner wurde vor dem Rathaus von vielen umarmt und getröstet, erhielt aber auch viel Zuspruch für ihren Wahlkampf. «Ich spüre, dass ich viele Freunde habe und das tut gerade jetzt gut.» Und immerhin schaffte Franziska Kathriner auch die Wiederwahl in den Kantonsrat mit den meisten Stimmen.

Marcel Schelbert, Parteipräsident der SVP, der selbst die Wiederwahl als Kantonsrat in Alpnach schaffte, musste ein Wechselbad der Gefühle erleben. Zwar legte die SVP im Kantonsrat massiv zu, musste aber die Abwahl aus der Regierung zur Kenntnis nehmen. «Dass wir als stärkste Partei nicht in der Regierung sind, ist ein Problem. Wir müssen das nun analysieren und überlegen, wie wir weiter vorgehen wollen.»

Der abtretende Daniel Wyler (SVP) hofft, dass Marius Küchler das bürgerliche Element weiter stark in der Regierung vertreten werde. Dass es für Franziska Kathriner nicht ganz gereicht hat, schreibt der amtierende Landammann auch der Tatsache zu, dass zwei Bürgerliche um den freien Sitz kämpften. «Dann verzetteln sich die Stimmen.»

Die Stimme einer jüngeren Generation

Der strahlende Marius Küchler sagte, er freue sich auf das, was jetzt komme. «Es war ein fairer Wahlkampf, für den ich Franziska Kathriner danke.» Wie er im Vorfeld immer wieder betont habe, wolle er auch die Stimme der jüngeren Generationen einbringen. «Mit mir sinkt der Altersdurchschnitt der Regierung. Diese soll ja auch in dieser Beziehung ruhig die Bevölkerung abbilden.» Obwalden solle lebenswert für junge Leute bleiben, aus steuerlicher Sicht, oder bei der Bildung und bei Krankenkassenprämien. Natürlich vertrete er die Werte seiner Partei. «Ich bin in der Regierung, aber ein Mitglied von fünf, wir arbeiten zusammen, da steht nicht die Partei im Vordergrund.» Ein Departementswechsel von Bisherigen ist kaum zu erwarten, sodass Küchler wohl das frei werdende Volkswirtschaftsdepartement übernehmen wird. Er freue sich, betont er, es sei ein spannendes und sehr interessantes Departement.

Die wiedergewählten Regierungsräte freuten sich über ihren Erfolg und betrachteten das Ergebnis als «Arbeitszeugnis». «Man weiss oft nicht genau, wo man steht», meinte Christoph Amstad, deshalb sei er «Megahappy». Sepp Hess sagte, er spüre, dass das Volk zufrieden sei mit dem Geleisteten. Cornelia Kaufmann zeigte sich gar etwas erstaunt über ihr gutes Resultat. «Schliesslich muss ich mit den Finanzthemen auch manchmal anderen auf die Füsse stehen.» Und Christian Schäli hatte doppelten Grund zur Freude, schliesslich schafft es «seine» CSP, im Parlament wieder Fraktionsstärke zu erreichen.