40 Parteimitglieder versammelten sich am Dienstag bei sommerlichen Temperaturen im Ausstellungsraum der Garage Vogler zur ersten FDP-Versammlung nach der Sommerpause. Eingeleitet wurde der Parteitag durch die Vorstellung der beiden Gewerbebetriebe Garage Vogler und Enz Pflästerungen, die als Gastgeber des Parteitags in Lungern willkommen hiessen.
Einblick in zwei Lungerer Gewerbebetriebe
Roland Seeholzer, Geschäftsführer von Enz Pflästerungen, gab einen Einblick in die langjährige Geschichte des Pfläster- und Belägeunternehmens, das von Karl Enz gegründet wurde. Dank Aufträgen in der ganzen Schweiz und mehreren Filialen ist das Unternehmen landesweit erfolgreich tätig. Die für die Arbeiten benötigten Steine stammen aus den verschiedensten Ländern der ganzen Welt, werden aber vor allem von Schweizer Händlern bezogen, teilweise auch vom Obwaldner Steinbruch Guber.
Als zweites Gewerbe stellte Silvan Vogler, Geschäftsführer der Garage Vogler, seinen Familienbetrieb vor. Er führt das 1980 gegründete Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Mirjam bereits in zweiter Generation. Das Angebot der Garage umfasst heute den Verkauf von Neuwagen sowie Reparatur- und Servicearbeiten für Fahrzeuge aller Marken. Seit 2013 ist der Betrieb zudem Partner von Yamaha und bietet den Verkauf sowie die Reparatur von Booten und Bootsmotoren an. Auch die Gründergeneration ist teilweise noch im Betrieb tätig, sodass die Garage weiterhin stark familiär geprägt ist.
Nein zur Ernährungsinitiative
Anschliessend stellte Martin Hug, FDP-Kantonsrat aus Alpnach, die Initiative zur Ernährungssicherheit vor. Ziel sei es, einen Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent zu erreichen, insbesondere durch eine stärkere Ausrichtung auf pflanzliche statt auf tierische Ernährung. Martin Hug gab jedoch zu bedenken, dass der Selbstversorgungsgrad der Schweiz derzeit bei rund 50 Prozent liege und er einen Anstieg auf 70 Prozent für unrealistisch halte. Ein solches Ziel würde massivste Einschränkungen beim Menüplan der Bevölkerung erfordern. Die Folgen wären zudem mehr Einkaufstourismus, eine geringere Auswahl an Lebensmitteln und höhere Lebensmittelpreise.
Weiter führte er aus, dass viele Grasflächen in der Schweiz ausschliesslich für die Tierhaltung genutzt werden könnten, und sich deshalb nicht ohne Weiteres auf pflanzlichen Anbau umstellen liessen. Die Schweizer Landwirtschaft solle seiner Ansicht nach das produzieren können, was von den Konsumenten nachgefragt werde, und nicht das, was der Staat vorschreibe. Aus diesen Gründen lehnen die Parteimitglieder die Initiative einstimmig ab.
Nein zur Neutralitätsinitiative
Zur zweiten nationalen Abstimmung referierte Sebastian Gasser, FDP-Kantonsrat aus Lungern. Er erläuterte unter anderem die Entwicklung der Neutralitätsdebatte seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Initiative fordere eine strikte Neutralitätspolitik, wodurch insbesondere Sanktionen gegen kriegsführende Staaten wie Russland künftig nicht mehr möglich wären. Gasser warnte zudem vor einer möglichen Schwächung der internationalen Zusammenarbeit im Militärbereich, was die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz schwächen würde. Denn die Schweiz könne sich nur in Zusammenarbeit mit den Nachbarländern effektiv verteidigen. Daher sei eine starre Neutralität abzulehnen. Sebastian Gasser betonte, dass der Bundesrat gegenwärtig von Fall zu Fall genau abwägt, inwiefern internationale Sanktionen vollständig oder teilweise übernommen würden. Diese flexible Anwendungspraxis der Schweizer Neutralität habe sich seit Jahrzehnten bewährt und solle erhalten bleiben. Die Anwesenden folgten den Ausführungen und beschlossen einstimmig, bei einer Enthaltung, die Nein-Parole.
Nächster Termin
- Mittwoch, 4. November 2026: Parteitag in Giswil