«Mitte»-Links will die Mehrwertsteuer erhöhen (Abstimmung am 29. November). Die Inflation zieht an. Diesel, Benzin und Heizöl werden immer teurer – und nun schnellen auch noch die Krankenkassenprämien um 5 Prozent nach oben. Das Leben verteuert sich gerade in atemberaubendem Tempo. Eine wichtige Rolle spielen die Krankenkassenprämien.
Reine Verschwendung
Das grösste Problem ist die «Mengenausweitung». Auf gut Deutsch: Es wird in der Medizin immer mehr eingegriffen, behandelt und operiert. Obwohl viele der Behandlungen unnötig oder gar kontraproduktiv wären. Prof. Dr. Stefan Felder, Gesundheitsökonom an der Universität Basel, kam 2024 in einem vielbeachteten Interview zum Schluss, dass 30 Prozent der Gesundheitsausgaben «reine Verschwendung» seien.
Milliardenteure Fehlanreize
Wieso diese Verschwendung? Weil zu viele Akteure im Gesundheitswesen bestens daran verdienen. Vereinfacht gesagt gilt heute: Wer mehr Patientinnen und Patienten untersucht und behandelt, kann mehr abrechnen und verdient dadurch auch mehr. Ob eine Behandlung erfolgreich ist oder ob mit weniger Eingriffen das gleich gute Ergebnis erreicht worden wäre, spielt bei der Vergütung fast keine Rolle. Das heutige System begünstigt dadurch unnötige Behandlungen, teure Doppelspurigkeiten und Missbrauch.
Der FDP-Plan: Qualität statt Menge
Die FDP will das ändern. Wir wollen die Patientinnen und Patienten ins Zentrum des Gesundheitssystems rücken. Konkret soll künftig stärker die Qualität sowie der Behandlungserfolg und nicht nur die Anzahl Behandlungen massgebend für die Entschädigung sein. Somit würden sich die Anreize grundlegend verändern. Ärzte, Spitäler und Versicherer würden dafür belohnt, wenn sie Patientinnen und Patienten möglichst schnell wieder gesund machen – anstatt sie möglichst aufwändig zu behandeln. Mit diesem Ansatz würden im Gesundheitswesen Milliarden Franken eingespart (Motion der FDP-Fraktion).
Debakel der «Mitte»
Peinlich ist das Verhalten der «Mitte»-Partei. Ihr Präsident Philipp Matthias Bregy verlangt aktuell medial (Blick, 24.09.2026) dieselbe Reform wie die FDP – nachdem ausgerechnet die «Mitte» vor wenigen Monaten die wichtige FDP-Reform «Qualität statt Menge» im Ständerat versenkt hat. Neun Ständeräte der «Mitte» (viele von ihnen mit lukrativen Mandaten in der Gesundheitsindustrie) stimmten gegen die Reform (vgl. Abstimmungsprotokoll).
Die FDP bleibt dran
Deshalb reicht die FDP diese Woche ihren Vorstoss erneut ein. So erhält «Mitte»-Präsident Bregy die Gelegenheit, dafür zu sorgen, dass seine Ständeräte die wichtige Reform diesmal unterstützen. Es geht für die Schweizer Bevölkerung um viel. Gerade mittelständische Familien mussten in den letzten Jahren zusehen, wie für Freizeit, Sparen oder gar Ferien weniger übrigbleibt. In dieser Situation ist die Politik gefordert. Sie muss den Prämienanstieg stoppen – und von allen Steuererhöhungen zulasten der Bevölkerung Abstand nehmen.